Reportage

So originell wie der Name: La Muh

Das Café und Weinbistro La Muh in Schönhagen an der Ostsee.

Der Eingang des La MuhIm Hintergrund die sanften Hügel der Landschaft zwischen Schlei und Ostsee, das Meer nur wenige hundert Meter entfernt. Eine gute Lage für ein Café auf einem alten Bauernhof. Auf dem Parkplatz des Cafés und Weinbistros La Muh angekommen, blickt man in die eine Richtung auf das alte Torhaus des ehemaligen Schlosses, das jetzt eine Reha-Klinik beherbergt, in die andere Richtung auf das renovierte Bauernhaus. Von hier präsentiert sich dem Neuankömmling das Café mit dem großen Eingang zum ehemaligen Kuhstall eher unauffällig, wenn man mal vom Namen absieht.

La-Muh innenDas ändert sich sofort, wenn man eintritt und – gleich links – in das Café im ausgebauten Kuhstall blickt. Was sofort ins Auge sticht: Hier hat jemand nicht verkrampft auf rustikal gemacht, sondern den Umbau genutzt, um ein modern geschmackvolles Bistro zu gestalten. Schlichtes Design, angenehme Materialien, viele Fensterflächen, von der eine große auf die großzügige Gartenterrasse führt, die ebenfalls mit modernen Holzmöbeln ausgestattet ist, statt wie so oft mit geschmacklosem Plastikmobiliar.

FlammkuchenSitzt man dem Ehepaar Schliebusch gegenübersitzt, fällt eines sofort auf: Die Sprache. Was da durchklingt, hat rheinische Färbung. Und in der Tat kommt die gesamte Familie aus dem Bonner Raum. Daher ist die Kommunikation auch von Anfang an rheinisch unverkrampft. Überhaupt, das Ehepaar Schliebusch erzählt gern und mit Stolz davon, dass sie ihrem Leben mit einem radikalen Schnitt eine ganz und gar neue Wendung gegeben haben. Und weil sie in die Nähe der Ostsee wollten, sind sie nach langer Suche nach einem geeigneten Objekt, ein Bauernhof sollte es auf jeden Fall sein, schließlich in Schönhagen an Land gegangen. Erst nachdem der über 100 Jahre alte Resthof gefunden war, reifte nach und nach auch die Idee von einem eigenen Café. „Anfangs war das eher ein bisschen vage, aber nachdem der Entschluss dann gereift war, war auch klar, dass es Bio sein sollte“, erläutert Günter Schliebusch.

La-Muh Wein und BioprodukteEntstanden ist, in monatelanger Eigenarbeit, ein Café und Bistro mit konsequenter Philosophie: Alles Bio. Das gilt für die Zutaten sämtlicher Kuchen und Torten sowie Kaffee und Tee ebenso wie für die abends angebotenen Flammkuchen, Pizzen und Nudelgerichte. Auch der kleine Bioladen und das Weinsortiment sind kompromisslos bio. Bestätigt wird das durch die Bioland-Zertifizierung. Von der Kreativität der Betreiber zeugt nicht nur der originelle Name des Café-Bistros, sondern auch ein anderes Detail. So sind die servierten Flammkuchen nach den Kühen benannt, die im ehemaligen Kuhstall untergebracht waren, was dann zu Kreationen führt wie „Fräulein Meise“, „Käthe“, „Helma“ oder „Giesel“. Und natürlich sind die alle unterschiedlich belegt. Ein weiteres witziges Detail kommt nicht nur bei den Kindern an. Die Flammkuchen sind nämlich in Kuhform gehalten, bis auf die große Version, die würde sonst nicht mehr aufs Blech passen. Schön, dass man dann zum Flammkuchen und zur Pizza nicht nur ein frisch gezapftes Bier, sondern auch einen guten Wein genießen kann, Bio versteht sich. Diese Konsequenz, ausschließlich mit Bio-Produkten ein Bistro-Café zu führen, beeindruckt.

La-Muh SpielplatzAls das Café-Bistro 2008 nach den langen Bauarbeiten endlich in Betrieb ging, da hatten die beiden Schliebuschs keinerlei gastronomische Erfahrung. Doch die haben sie sich eben angeeignet. „Das erste Jahr war halt unsere Lehrzeit“, schmunzelt Günter Schliebusch. Lediglich bei der Kücheneinrichtung haben sie sich beraten lassen, denn „eine richtige Profiküche ist eben was anderes als eine Küche für die Familie“, so Ingrid Schliebusch. Inzwischen sind die Gäste auch zahlreicher geworden, da die Bekanntheit durch Berichte und eigene Werbemaßnahmen deutlich gestiegen ist. Neben Besuchern aus der Nachbarschaft und aus der Reha-Klinik kommen viele zufällige Wanderer und Radreisende vorbei, aber auch Besucher aus der weiteren Umgebung, die schon mal von La Muh gehört haben. Übrigens. Wer wissen will, wie der Name La Muh entstanden ist, dem bleibt ein Besuch nicht erspart.

La-Muh Antik- und TrödelladenKindern wird nicht nur die große Wiese vor der Terrasse gefallen, sondern auch der Kinderspielplatz, der sich mit Rutsche, Schaukel etc. sehen lassen kann. Aber auch erwachsene Sammler kommen auf ihre Kosten. In der Tenne hat nämlich die Schwiegermutter einen Antik- und Trödelladen, in dem man nach Herzenslust stöbern kann. Und die Schwiegermutter, Künstlername Labusch, malt auch. Zum Beispiel hängen in dem Laden zwei originelle Porträts von Helmut Kohl und Harry-Peter Carstensen. Die Künstlerin hilft im Zweifel bei der Suche nach den Werken.

Die Daten des La Muh.

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Eventkalender

  • 20. Mai 2012Gottorfer Landmarkt
  • 21. Mai 2012 19:00Tee wirkt
  • 3. Juni 2012Slow Market (im Käsemarkt am Kiekeberg)
  • 3. Juni 2012 09:00Fischmarkt
  • 4. Juni 2012 19:00Tee wirkt
  • 11. Juni 2012 19:00Tee wirkt
  • 18. Juni 2012 19:00Tee wirkt
  • 21. Juni 2012Glückstädter Matjeswochen

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